• Blick auf die Probleme der Rentenversicherung

    Die gesetzliche Rentenversicherung leidet seit vielen Jahren unter diversen Problematiken – nicht zuletzt durch oft zu zaghaftes oder ineffektives Handeln der Politik wurde aus der einst guten Idee einer Solidargemeinschaft aus Jung und Alt ein eigentlich nicht mehr tragbares Rentenmodell. Die vielfältigen Probleme hätten zu großen Teilen eigentlich aufgrund der demografischen Entwicklung vorhergesehen werden müssen – doch leider ist nicht genug passiert, um das Modell zu einer wirklich fairen und ausreichenden Versicherungslösung weiterzuentwickeln. Die Menschen in Deutschland können heute trotz einer lebenslangen Arbeitsleistung nicht mehr darauf bauen, dass die Leistungen aus der Rentenversicherung den erworbenen Lebensstandard im Alter sichern. Doch werfen wir einen detaillierten Blick auf die prägnantesten Problempunkte:

    Verhältnis der Rentner zu Beitragszahlern verschlechtert sich weiter

    Eine aktuelle Statistik der Deutschen Rentenversicherung verdeutlicht: Im Jahre 2014 kamen statistisch gesehen 53 Rentner auf 100 Beitragszahler. Dieser sogenannte Rentnerquotient wird sich nach aktuellen Prognosen bis zum Jahr 2028 auf 66 Rentner je 100 Beitragszahler verschlechtern. Da die gesetzliche Rentenversicherung auf dem Generationenvertrag aufbaut, bei dem ein Beitragszahler nicht seine eigene Rente, sondern die Rente der jeweils aktuellen Rentenbezieher bezahlt, wird für jeden Beitragszahler zukünftig eine immer höhere Abgabe notwendig, um die notwendigen Rentenzahlungen decken zu können. Sahen wir 1960 noch einen Beitragssatz von 14,0 % zur Rentenversicherung, haben wir in 2015 bereits einen Satz von 18,7 % – diese Steigerungen werden sich aller Voraussicht nach auch weiterhin fortsetzen. Hierauf haben auch die Arbeitslosenzahlen Einfluss – Zeiten hoher Arbeitslosigkeit verschlechtern das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern nämlich ebenfalls zusätzlich. Somit müssen immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentenempfänger unterhalten.

    Die Rentenbezugsdauer erhöht sich bei sinkendem Renteneintrittsalter

    Die Menschen werden aufgrund besserer, medizinischer Versorgung immer älter. Dies ist aus persönlicher Sicht natürlich sehr positiv, doch für eine Solidargemeinschaft wie die Rentenversicherung bedeutet eine längere Lebenserwartung primär eine längere Rentenzahlungsdauer, was wiederum die Gemeinschaft der Beitragszahler belastet. Zusätzlich nehmen viele Arbeitnehmer die Möglichkeit wahr, so frühzeitig wie möglich in Rente zu gehen. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter betrug 1960 noch 64,7 Jahre, in 2013 bereits nur noch 64,1 Jahre. Aufgrund der auch weiterhin noch steigenden Lebenserwartung sahen wir in 2013 bereits eine durchschnittliche Rentenbezugsdauer von 19,3 Jahren – zum Vergleich: In 1960 betrug diese lediglich 9,9 Jahre! Auch diese Zustände erhöhen die Ausgabenseite der Rentenversicherung immer weiter – die Beiträge sind für die immer weniger werdenden Beitragszahler kaum noch zu schultern. Auch Beitragserhöhungen in den bisherigen Größenordnungen können diese steigende Ausgabenlast nur bedingt auffangen.

    Das Rentenniveau sinkt aufgrund der nicht mehr finanzierbaren Ausgabenlast

    Um den drastisch fortschreitenden Anstieg der Ausgabenlast etwas weiter abzufedern, hält das Rentenniveau nicht mit den allgemein steigenden Einkommen mit bzw. wird nicht adäquat an die entsprechend teureren Lebenshaltungskosten angepasst. Betrug das Rentenniveau (also die Höhe der Rente im Verhältnis zum Brutto-Arbeitseinkommen) in 1960 noch 53,2 %, werden es 2014 geschätzt nur noch 44,3 % sein. Das erhöht die Bedeutung der privaten Vorsorge immens, die allerdings von immer weniger frei verfügbarem Einkommen bestritten werden muss. Die heutigen Beitragszahler stehen damit vor einem Dilemma: Immer höher werdende Beiträge und ein trotzdem sinkendes Rentenleistungsniveau, welches zusätzliche Vorsorge unabdingbar macht. Hierbei sollte beachtet werden, dass mit der ergänzenden Altersvorsorge möglichst frühzeitig (also bereits in jungen Jahren) begonnen werden sollte, damit über die Laufzeit überhaupt eine entsprechende Ablaufleistung erfolgen kann. Wer später beginnt, muss unabhängig von der Vorsorgeform mit höheren Beiträgen rechnen, damit bis zum Eintritt der Rente ein ausreichendes Kapital angesammelt werden kann.

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